Der Campingplatz ist nahezu voll jetzt am Wochenende. Auch viele der privaten Mobilheime, die auf dem Campingplatz hauptsächlich stehen, sind belegt. Und die irischen Wochenendurlauber mit Wohnwagen sind auch da.
Wir reisen ab in Richtung Dublin, wo wir die nächsten beiden Nächte sein werden. Am Montag morgen fährt unsere Fähre zurück nach England.
Auf dem Weg dahin suchen wir nach einem Aquädukt des Royal Canal. Der Bau des Kanal hatte sehr lange gedauert und war sehr teuer, auch deswegen weil der Duke of Leinster unbedingt wollte, das der Kanal durch seine Grafschaft führt. Dazu mußte ein Flüsschen in einem Tal überquert werden. Also der Kanal mithilfe eines Aqädukt über das Flüsschen geführt werden.


In einem Nebensatz in einer Baubeschreibung wird das erwähnt. Das wollen wir uns ansehen. Mit Mühen finden wir heraus, wo das genau ist.
Bei etwas Niesel laufen wir los. Als Bauwerk ist der Aquädukt so gar nicht zu erkennen, wahrscheinlich haben die Baumeister einfach einen Damm in das Tal gebaut und das Flüsschen unten durch geleitet. Heute führt die Zugstrecke nach Dublin zusätzlich über diesen Damm.


In der Nähe gibt es noch ein altes Zollhaus, einen kleinen Wasserfall und ein altes Spabad. Bei den Bauarbeiten zum Kanal wurde nämlich eine warme Quelle entdeckt und später ein kleines Badebecken gebaut.

Wir arbeiten uns durch Unterholz, es gibt zwar eigentlich einen Weg zum Wasserfall, sogar mit Treppen, aber das wurde schon lange nicht mehr gepflegt und ist ziemlich überwuchert.
Interessant, das würde doch hier eigentlich auch touristisch zu vermarkten sein. Als Industriedenkmal. Die Geschichte des Kanals ist ja eigentlich gar nicht so unspannend. Mit der Greenway Radroute ist ja eigentlich schon ein Anfang gemacht.



Gegen Mittag sind wir dann in Dublin und was tun wir als erstes? Wir gehen in einen Garten.
Im riesigen stadtnahen Phoenixpark, dem größten innerhaupstädtischen Park Europas, gibt es ein Besucherzentrum und einen viktorianischen ummauerten Küchengarten. Immer wieder schön.


Im Besucherzentrum sind vier große Wandtappiserien zu sehen, gewebt aus Jute und Sisal.
Neben dem Zentrum steht das kleine Castle Ashton, ein Towerhaus. Diese Gebäude sehen schon irgendwie witzig aus.
Hier im Phoenixpark ist heute am Samstag echt viel los, Menschengruppen treffen sich zum picknicken und spielen im Park.

Anschließend fahren wir dann zu unserer Bed no Breakfast Unterkunft nordöstlich des Stadtzentrums und nicht so weit vom Fährhafen entfernt. Unsere Fähre geht am Montag schon um 10 Uhr.
Gegen Abend machen wir noch eine kleine Radrunde, auf das nahegelegene North Bull Island und dann bis nahezu in die Innenstadt rein.

Natürlich in einen Pub, zum Trinken aber auch zum Abendessen. Was gibt es? Natürlich Fish and Chips und Guiness und Red Ale. Hölle viel los und Hölle laut hier. Typisch halt.

Auf dem Rückweg begegnet uns nochmal der Royal Canal. Eine Schleuse hier im Dubliner Stadtgebiet.

30. Tag
Kilometer: 115 km
Kilometer gesamt: 4.997 km

Kein Bier unter €7, ganz schön happig. Und das im “ Wohnzimmer der Iren“. Gute Überfahrt!