24.07.26 – Hidden Heartlands

Es ist wieder Freitag und unsere Suche nach einem Campingplatz mit freien Plätzen irgendwo an der Küste südlich von Dublin war leider nicht erfolgreich. Was tun, fragten wir uns vorgestern. Ich hatte keine Lust, wieder 5 Plätze erfolglos durchzutelefonieren. Alle mit Online-Buchung zeigten an: Keine freien Plätze zum Wochenende. Also verfolgen wir Plan A: einfach hier noch einen Tag länger bleiben.

Also machen wir eine kleine Rundtour mit dem Auto in die Umgebung. Haben wir auch noch nicht so gemacht. Da müssen wir nur einen Teil im Auto aufräumen und der Tisch, Stühle und Fahrräder werden als Besetzt-Kennzeichnung auf unserem Platz stehen gelassen. 

Wir wollen uns noch mal den Shannon anschauen und fahren nach Athlone. Hier ist der Shannon ganz schön breit, wir sind auch schon bei Kilometer 180. 

Der Shannon wird ausgiebig für Hausbootvermietung genutzt. Er hat wenige Schleusen, fließt durch viele Seen und ist mit anderen Gewässern über Kanäle verbunden, das macht ihn auch für Anfänger einfach und attraktiv.

In Athlone gibt es die Luan Gallery, die im 2 monatigen Wechsel Werke von Künstlern aus der Umgebung ausstellt. Das ist super, Kunst kam auf unserer Reise bis jetzt etwas zu kurz. 

Hier begegnet uns das Moor-Torf Thema wieder. Eine Künstlerin, Amanda Ralph, hat eine Installation zu ihren Recherchen im nahegelegenen Moor gemacht mit Video, großer Wandkarte, Torfobjekten und Ottersilhouetten. Spannend. 

Dann wollen wir eigentlich ins Moor, bei Clara soll es einen Holzbohlenrundweg durchs Moor geben. Der ist leider wegen Restaurierung geschlossen. Ebenso das dazugehörige Infocenter. Sehr schade.

Also weiter nach Tullamore, bekannt wegen des Whiskys Tullamore Dew. Angeblich der zweitmeist getrunkene Whisky der Welt. Wir sind aber hier, um einen Blick auf den Grand Canal zu werfen. 

Der wurde zur selben Zeit wie der Royal Canal gebaut und verläuft südlich parallel zu ihm ebenfalls vom Shannon nach Dublin. Gefühlt ist er etwas breiter. Angeblich kann der für die Schifffahrt genutzt werden. Aber Boote sind nicht zu sehen.

Die Destillerie etwas außerhalb von Tullamore schauen wir uns nicht an, wir trinken eh keinen Whisky und im Shop Flaschen anzugucken, ist jetzt auch nicht so spannend.

Wir fahren stattdessen noch zum Belvedere House, Gardens & Parks. Das ist bei unserem Campingplatz direkt um die Ecke. Ein weitläufiger Park am Lough Ennell. Das Landhaus mit Blick auf den See, ein ummauerter Garten und ein weitläufiger Park.

Die mächtige Ruine am Eingang ist tatsächlich nicht alt, sondern ist ein sogenannter Folly. Das bezeichnet in der englischen Gartenkunst ein nutzloses Bauwerk, dem aber eine exzentrische Idee zugrunde liegt. 

Der Bruder des Earl von Belvedere hat direkt in Sichtweite ebenfalls ein Haus gebaut. Weil der Earl aber mit seinem Bruder zerstritten war, wollte er nicht auf sein Haus blicken. Deshalb hat er diese Ruinenmauer errichtet. 

Jedenfalls ist alles wieder wunderhübsch. Die Sonne scheint und wir flanieren durch den Park.

Anschließend steht wieder der Eiswagen beim Campingplatz, so wie gestern. Also gönnen wir uns noch ein Eis.

29. Tag

Kilometer: 137 km

Kilometer gesamt: 4.882 km

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