18.07.26 – Céide Fields

An der Nordküste von Mayo liegt eine neolithische Ausgrabungsstätte, Céide Fields. Hier wurde Mitte des 20. Jahrhunderts unter der Torfschicht eine Felderstruktur aus der Steinzeit entdeckt.

Steinmauern zur Feld und Grundstücksabgrenzung und Ruinen von Häusern wurden beim Torfstechen von einem ortsansässigen Lehrer gefunden. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, das dieses Steinmauersystem sich großflächig in die weitere Umgebung zieht. 

Da die Steinmauern unter der Torfschicht waren, mußten sie alt sein. Denn die Torfschicht wächst im Jahr weniger als 1 mm.

Wahrscheinlich sind vor über 5000 Jahren vor unserer Zeitrechnung Bauern aus dem asiatischen Raum hierhin eingewandert und haben sich angesiedelt. Damals war das Klima vor Ort noch ein anderes, wahrscheinlich bedeckten Pinienwälder die Küstenlandschaft. 

Landwirtschaft betrieben also die eingewanderten Menschen und nicht die ortsansässigen Jäger und Sammler. Das Klima wurde feuchter und kühler, die Torfbildung wurde sehr begünstigt. Die Bauern wanderten wieder ab. Über der Feldlandschaft bildete sich über die Jahrtausende die heutige Torfschicht. Die ganze Grafschaft Mayo ist von einer dicken Torfschicht bedeckt.

Der Sohn des Entdeckers wurde Archäologe und erforschte das Gebiet systematisch. Mitte der 90er Jahre wurde das Informationszentrum gebaut. Die Ausstellung ist sehr interessant und gut gemacht. Draußen kann man auf Holzbohlenwegen in dem Gebiet rumlaufen.

Der Torf wird auch heute noch zum Heizen benutzt. Die großen Torfheizkraftwerke wurden 2020 zwar abgeschaltet, stehen jedoch noch auf Standby für den Fall der Fälle. Torf ist eine Vorstufe von Braunkohle und nur das Verbrennen von Plastikmüll im Kamin wäre noch schädlicher. 

Aber das Heizen mit Torf hat eine große Tradition, sichert es doch die Unabhängigkeit, wenn man lokal selber sein Heizmaterial aus dem Moorboden stechen kann.

So wird es immer noch verklärt als identitätsstiftend und es soll eine heimelige Wärme mit angeblich angenehmen Geruch (riecht wie Braunkohle!!) erzeugen. Wir sehen einige Trecker mit Anhängern voll Torf durch die Gegend fahren.

Wir arbeiten uns weiter nach Norden vor und schauen bei Mullaghmore noch mal an die Küste. Ein kleiner Drive um eine Landspitze herum mit Blick auf eine Schloßruine, am Strand in der Bucht ist viel los. Wochenende und viele Wildcamper mit Campingbus und Zelt. Ja, es gibt wohl zu wenige Campingplätze.

Denn wir haben auch immer noch ein Unterkunftsproblem. Samstag auf Sonntag. Das einzige was wir hier in der Gegend buchen konnten, ist ein Bed & Breakfast in Nordirland, knapp hinter der Grenze am Lough Melvin. Dafür erwartet uns morgen aber auch auf jeden Fall ein ein super Frühstück.

24. Tag

Cong – Garisson: 301 km

Kilometer gesamt: 3.939 km

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