06.07.26 – King Artus‘ Castle?

Bei wunderschönem Sonnenschein nähern wir uns der Küste bei Tintagel. Hier kriechen die Wolken NOCH die Steilküste hoch und hüllen den Rand in Nebel. 

Wir wollen zum angeblichen Geburtsort von King Artus. Eine dramatische Burgruine gelegen auf einer Cliffspitze und einer kleinen, abgetrennten Landnase.

Das hier ist auch einer der Highlights von Cornwall, deshalb auch stark besucht. Aber wir sind früh dran, „we are the early birds“. Kurz nach der Öffnungszeit um 10 Uhr sind wir schon auf dem Weg zur Burg. Wir sind trotzdem nicht alleine, eine indischstämmige Reisegruppe ist auch schon unterwegs.

Die Wolken tun uns einen Gefallen und ziehen sich immer mehr aufs Meer zurück. Es hat trotz Sonne angenehme Temperaturen, weil die Luft eigentlich eher kalt ist.

Von der Burg ist nicht mehr viel übrig, sie wurde im 15. Jahrhundert schon wieder verlassen. Bis vor ein paar Jahren mußte man an der Landspitze steil runter, gehen um dann über eine kleine Brücke auf das Inselchen zu gelangen. 2019 hat man eine Hängebrücke gebaut, die hoch über den Spalt gespannt ist.

Die Besucher werden über einen Rundweg gelenkt. Die Brücke ist nur auf dem Hinweg zu begehen. Bei dem normalen Massenansturm wäre sonst auch Chaos. Und ja, es ist eine Hängebrücke, sie schwankt auch etwas. 

Es ergeben sich immer wieder dramatische Ausblicke auf die Küstenformationen. Es sind einige flache Ruinen zu entdecken, teilweise wohl aus mittelalterlicher Zeit. In den Innenbereichen wird das Gras kurz gehalten, damit die Strukturen sichtbar werden. 

Wunderschön. Ein toller Ort.

Und was hat das nun mit König Artus auf sich? Er soll im 5. oder 6. Jahrhundert gelebt haben, die Sage wurde im 12. Jahrhundert aufgeschrieben und der Geburtsort von Artus wurde in Tintagel verortet. Da gab es die Burg aber noch gar nicht. Die wurde erst im 13. Jahrhundert von Richard von Cornwall gebaut. Er wäre so gerne ein Nachfahre von Artus gewesen, deshalb hat er die Burg an diesem Ort gebaut. 

Wir fahren weiter nach Bude. Ein Strandort in Cornwall. Hier gibt es einen abgetrennten Meerwasserpool oberhalb vom Strand. Wir packen unser Badezeug ein und machen einen kurzen Walk. Toll, gar nicht so überfüllt. 

Wir springen rein und drehen ein paar Runden. Das Meer soll 16° haben, aber hier im Pool ist es bestimmt wärmer. Es ist erfrischend, aber aushaltbar. Schön, das wir die Umzieharie auf uns genommen haben.

In Ilfracombe, jetzt sind wir schon wieder in Devon, schauen wir uns die große Frauenskulptur von Damien Hirst am Hafen an. Nicht unumstritten.

Es ist fast Ebbe und der Hafen komplett trocken gefallen. Wir sind am Eingang des Bristol Channel. Der Tidenhub ist hier der zweithöchste der Welt (irgendwo in Kanada gibt es den höchsten). Bei Springtide kann er hier bis zu 10 Meter betragen. 

Wir finden dann an der Küste einen ganz tollen Übernachtungsort, wieder bei einer Farm gelegen, die ihre Wiesen einfach zum Campingplatz umfunkioniert hat. Hoch über der Küste, mit Blick auf den Bristol Fjord. Wir sehen dem Wolkenband zu, wie es sich langsam vor die walisische Küste schiebt.

12. Tag

Camelford – Lynton: 147 km

Kilometer gesamt: 2.041 km

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Werner

    King Artus erinnert an Darth Wader, oder? Schöne Bilder.

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