Heute erleben wir die Sache mal von der anderen Seite. Auf unserem Weg durchs Dartmoor fahren wir kilometerlang hinter einer Radfahrerin her, einfach weil es keine Möglichkeit gibt, auf der kurvige, schmalen Straße zu überholen. Sowieso sind insgesamt zumindest in diesem Teil Englands wirklich wenig Radfahrer unterwegs, wir sehen eigentlich immer nur vereinzelte Rennradfahrer.
Gut, dass wir gestern die andere Radroute gewählt haben, sonst wären wir auch auf dieser viel befahrenen Straße gefahren.
Und Glück mit dem Wetter hatten wir gestern auch. Jetzt zieht sich die Wolkendecke über uns zu und es nieselt leicht. Die Dartmoor Granitfelsenspitzen sind im Nebel versunken.


In Postbridge mitten im Dartmoor halten wir am Informationszentrum, die Sonne kommt dann doch schon wieder raus. Hier gibt es es eine alte Steinplattenbrücke über den East Dart River aus dem Frühmittelalter. Direkt neben der neueren Steinbrücke (von 1780), über die wir gekommen sind.


Tavistock ist Weltkulturerbe, ein Städtchen am Rande des Dartmoors und des Tamar Valley Bergbaugebietes. Mit alten Marktrechten. Auf dem alten Klostergelände existiert immer noch eine große Markthalle, der Pannier Market.
Von Tavistock wurde über den River Tavy das Zinn an die Küste verschifft. Hier in der Nähe wurde Sir Francis Drake geboren, der im 16. Jahrhundert die Welt umrundet hat.

Im kleinen Heimatmuseum wird einiges über die Geschichte der Gegend erzählt. Vom Bau der Eisenbahn, vom Leben und Arbeiten in den Bergbauminen und etwas über Mode in den vergangenen Jahrhunderten und über Sir Francis Drake.

Weil wir gefühlt schon lange keinen Garten mehr besucht haben, machen wir einen ausfindig, der ganz in der Nähe ist. The Garden House.


Auf 4 ha am Hang gelegen, tun sich wieder die unterschiedlichsten Gartenräume auf. Eine Wucht. Wilde Beete umgeben von strukturierenden Rasenflächen, durcheinander und üppig bewachsen, hoch und dicht.


Ein ummauerter Gartenteil und ein Aboretum mit Teichen sind auch noch zu finden. Und natürlich ein Gartencafé. Wo wir einen Kaffee trinken müssen.


Es geht weiter über mordsmäßig enge Straßen mit ordentlich Verkehr. Kleine Ausweichbuchten in kurzen Abständen, aber so eng, dass man kaum aneinander vorbeikommt. Es ist manchmal ganz schön knapp. Aber alle sind geduldig, man kennt das hier ja.
Dann fahren wir über den Fluss Tamar und wir sind in Cornwall.


War fahren kurz nach Calstock rein. Hier gibt es einen großen Eisenbahnviadukt über den River Tamar. Der Ort liegt am Hang der steil zum Fluss abfällt. Die Straßen im Ort sind ebenfalls sehr eng, das könnte in Italien auch nicht schlimmer sein.

Abends, auf einem Campingplatz nicht weit entfernt vom Eden Project wo wir morgen hin wollen, wird es nach Sonnenuntergang recht kühl. Ich sitze bei 13° mit Hoodie, Fleece und Weste beim obligatorischen Abendgetränk.

8. Tag
Oakmoor Touring Park – Gwel-an-nans: 119 km
Kilometer gesamt: 1.603 km

Guten Morgen,
Es ist immer wieder spannend eure Reiseberichte zu lesen.
Liebe Grüße Agi 🙋
Klasse. Südengland ist scheinbar echt ne Reise wert, aber ich freue mich auf den Bericht aus Wales und Ireland. Danke dass du das so toll schreibst und man immer ein bisschen mitfühlen kann. Hier fangen jetzt grad auch die Sommerferien an und ich bin Montag wieder anne Schippe, während Frau und Kinder dann ihre Freizeit planen :-)… Dann Reise ich weiter mit euch mit und genieße auch ein bisschen.