Für heute Morgen ist der Besuch noch eines Gartens angesetzt. Aber was heißt „noch ein Garten“, es ist DER Garten, das Eden Project, einer der „must see“ auf einer Cornwall Reise.
Wir fahren entspannt früh los, 20 km, und sind entspannt zu früh da. Geöffnet wird erst um 10 Uhr. Das Geniale ist: Massenweise Ladestationen auf dem banana-Parkplatz. Da kann unser Auto unsere Besuchszeit auch gleich nutzen und Elektronen nuckeln.

In einer ehemaligen Tongrube hat der Unternehmer Tim Smith nach 5 Jahren Bauzeit 2021 einen botanischen Garten mit 2 riesigen geodätischen Gewächshauskuppeln eröffnet. Das Projekt feiert dieses Jahr also seinen 25. Geburtstag. Das ganze Gelände ist ca. 50 ha groß und jedes Jahr kommen ca. 1 Millionen Besucher.

Und das trotz der exorbitant hohen Ticketpreise: 36 £, wohlgemerkt pro Person. Aber für britische Verhältnisse eigentlich im normalen Rahmen. Dafür hätte man für den Rest des Jahres aber auch freien Eintritt auf das Gelände.
Das Ganze ist schon sehr kommerziell aufgezogen. Aber bei der Größe des Projekts ja auch gar nicht anders machbar.
Ein großer Shop mit Merchandising begrüßt einen im Empfangsgebäude, da werden wir nachher auf jeden Fall noch ein bißchen stöbern.

In Serpentinen führen Wege dann runter bis auf den Grund der Tongrube. Eine schön durch die steilen Abbaukanten begrenzte Fläche, es ergibt sich dadurch ein stimmiges Gesamtensemble. Unten erheben sich die beiden riesigen Gewächshäuser, die die Größten der Welt sein sollen.

Alles ist bepflanzt und gestaltet. Bis zu 100.000 Pflanzen sollen hier wachsen. Verschiedene Vegetationszonen werden dargestellt. Gemüse wird angebaut, dabei wird viel Wert auf den Erhalt seltener Nutzpflanzen gelegt.


Das Konzept setzt sich fort in den Gewächshäusern. Eins ist der Tropenzone gewidmet. Es wachsen Pflanzenfamilien der verschiedenen globalen tropischen Zonen. Riesige Palmen, auch Nutzpflanzen und tropische Früchte wachsen hier. Es ist auch entsprechend warm und feucht.


Das andere Gewächshaus hat die mediterranen Klimazonen als Thema. Zu dieser speziellen Vegetationszone gehört nicht nur der Mittelmeerraum, sondern auch Teile von Kalifornien, Südafrika oder Westaustralien.
Hier ist es etwas karger, logisch, aber auch interessant. Spannende Pflanzen, die logischerweise bei uns nicht wachsen würden.


Wir schlängeln uns dann wieder den Grubenrand hoch. Viele Pflanzenideen nehme ich mal mit und muss dann vorher mal prüfen, ob sie bei uns überhaupt eine Chance hätten. Jedenfalls ist aber auch hier wieder ersichtlich, das der allgemeine englische Gartentrend hin zu wilder und dichter Bepflanzung innerhalb von größeren Strukturen geht.

Im Shop kaufe ich noch 2 Samentütchen, nach über 3 Stunden spuckt uns Eden wieder aus und wir fahren zum runterkommen weiter nach Falmouth.


Hier an der Mündung des River Fal hat sich einer der drei größten Naturhäfen der Welt gebildet. In der netten Einkaufsstraße sind viele kleine Galerien mit Keramik und natürlich Restaurants, Cafés und Pubs.

Weiter nach Westen. Oberhalb von Porthleven stehen wir auf einer schrägen Wiese mit Blick auf Meer. Wir gehen für einen Absacker noch runter in den kleinen Fischerort.


Hier tobt das Freitagsabendleben. Touristen und Einheimische bevölkern die diversen Pubs am Hafen.
Oben auf unserem Berg essen wir dann in der Abendsonne zu Abend. Die Felder werden schön angeleuchtet, in der Ferne zieht ein Segelboot am Horizont vorbei. Die Feldlerchen singen.

9. Tag
Gwel-an-nans – Porthleven: 100 km
Kilometer gesamt: 1.703 km
