An einem Aussichtspunkt am Ring of Kerry steht der Beweis für meine Vermutung über den Mythos des Rundfahrtstraße schwarz auf weiß. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde an der Nordküste der Halbinsel Iveragh die erste Straße auf den ganzen Halbinseln gebaut. Was dann im Laufe der Geschichte nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Tourismus beförderte. Die Halbinsel Iveragh ist also die am längsten und am meisten von Touristen besuchte Halbinsel hier im Südwesten Irlands.

Wir fahren jetzt aber weiter auf die Dingle-Halbinsel. Vorher machen wir noch einen Stopp in einem Moor Museumsdorf. Wir haben uns schon gewundert, warum das Museum schon um halb 9 öffnet. Aber als wir ankommen wird das klar. Das ist der erste Stopp der Rundfahrtsbusse. Also ein absolut touristischer Ort, aber das muß ja auch mal sein.



Es werden die Lebensbedingungen im Moorgebiet dargestellt. Einzimmerhäuser, manchmal lebten die Tiere auf der einen Seite des Zimmers und die Menschen auf der anderen.



Es wurde Torf abgebaut und es wurde zur Wärmedämmung unter dem Strohdach oder zum Heizen genutzt. Der Reichste im Dorf war der Strohdachleger. Er hatte immer was zu tun. Neue Dächer, alte Dächer reparieren.

Über das Gelände streifen zwei irische Wolfshunde, angeblich der größte Hund der Welt mit einem Schultermaß von bis zu 90 cm. Er wird im Schnitt nur 7 Jahre alt.

Dann geht es auf die Dingle-Halbinsel. Unterwegs wieder ein schöner Strand, sehr gut besucht. Kaum Möglichkeit einen Fotostopp einzulegen.
Nach Einkauf und Auto aufladen in Dingle, hier ist irgendwie der Bär los also schnell wieder weiter, auf den Slea Drive. Der soll auch nur rechts herum befahren werden, weil die Straßen so eng sind.



Ein bißchen den Hang hoch gibt es eine befestigte Anlage mit Ruinen von den sogenannten Bienenkorbhütten. Das war seit der Zeit vor Christus, die normale Bauweise. Steinplatten wurden im Rund nach innen geneigt gestapelt, bis man oben drauf nur noch einen Schlußstein setzen mußte.
Am Slea Head wird die Straße abenteuerlich eng, sie schlängelt sich an der Steilküste entlang. Dann sind wir am Blasket Centre, einem Museum über das Leben auf den vorgelagerten Blasket Inseln. Das sind die westlichsten Inseln Europas. Man denkt immer, der westlichste Punkt Europas müßte Cabo da Roca bei Lissabon sein. Aber der wird auch richtiger Weise als westlichster Punkt Kontinentaleuropas bezeichnet.



Über das Leben auf den Blasket Inseln ist deshalb soviel bekannt, weil Wissenschaftler wegen der besonderen Lebensverhältnisse und der Reinheit der irischen Sprache, die dort gesprochen wurde, früh auf die Gemeinschaft aufmerksam geworden sind. Durch das Erzählen über ihr Leben, wurden viele Bewohner angeregt, ihr Leben und Erlebnisse aufzuschreiben. Deshalb gibt es sehr viele Bücher, autobiografisch oder Romane zu den Blasket Inseln.
Das Leben war jedenfalls hart auf so einem Atlantik-Außenposten, die größte Insel war auch nur 6 km lang und 1 km breit. Mitte des 20. Jahrhunderts waren alle jungen Menschen abgewandert und die Inseln wurden auf eigenen Wunsch der Bewohner 1954 evakuiert. Sie sind heute unbewohnt.
Auch wieder eine spannende Geschichte, über die man vorher noch nichts gehört hat.

Quer über die Dingle Halbinsel, über den höchsten Punkt des gesamten Wild Atlantik Ways, geht es wieder Richtung Osten bis nach Tralee. Vorher war leider kein Platz auf einem Campingplatz zu finden.

22. Tag
Cahersiveen – Tralee: 190 km
Kilometer gesamt: 3.413 km

Das sind ja fast jeden Tag schöne Aus- und Weitblicke! Auffällig ist schon, dass fast kein Wald zu sehen ist. Der ist wohl durch Abholzung und der folgenden Beweidung mit Rindern und Schafen verschwunden. Habt Ihr Bewaldungsprojekte gesehen?
Viel Spaß noch und gute Reise
Peter