15.07.26 – Valentia

Der Himmel ist heute erstmal bedeckt. Später soll die Sonne noch rauskommen und vielleicht gegen Abend regnen. Kaum Wind. Erstmal gut für eine Fahrradtour. Es hat so „Beinah-Jacke-an“ Temperaturen. Aber Martin sagt immer, beim Fahrradfahren muß man anfangs frieren, warm wird einem sowieso bald.

Es geht erstmal 5 Minuten mit der Fähre auf die Insel Valentia. Drüben kommen wir als erstes kurz hinter dem Ort Knightsbridge an einer kleinen Kirchenruine vorbei. Die ist noch gar nicht so alt. Die Kirche wurde nur schnell nach ihrem Bau zu klein und eine größere wurde im Ort gebaut.

Sanft steigt der Weg an, gesäumt von Wällen, bewachsen mit Farn, orangenen Montbretien und Fuchsienbüschen. Sieht hübsch aus, allerdings sind Fuchsien und Montbretien invasive Arten, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Gärten in die Natur ausgebreitet haben und jetzt alles überwuchern. 

Wir fahren hoch bis zu einem Steinbruch. Hier werden Schiefer und große Steinplatten abgebaut. Mit Schieferplatten sind hier die meisten Dächer gedeckt. Von hier oben hat man einen schönen Rundumblick.

Dann geht es über kleine Straßen in halber Höhe am Hügel entlang. Fast am Umkehrpunkt gucken wir in der Galerie einer Künstlerin vorbei. Wir unterhalten uns ein bißchen über ihre Maltechnik und das ungewöhnliche Wetter.

Dann stoßen wir auch auf den Punkt, an dem das erste Telegrafenkabel von Neufundland in Europa anlandete. 

Unterwegs finden wir noch ein paar spannende Impressionen.

Wieder zurück in Knightsbridge gucken in das kleine Museum zur Geschichte der Telegrafie auf Valentia. 

Ein Geschäftsmann aus den USA hatte die verwegene Idee ein Seekabel zwischen USA und Europa zu verlegen, um die Telegrafie auch zwischen den Kontinenten nutzen zu können. Er fand in dem 19. Ritter von Valentia und Besitzer der Insel einen interessierten Partner.

Es brauchte 5 Versuche und 9 Jahre, bis endlich ein Kabel lag und die Verbindung funktionierte. Immer wieder brach das Kabel bei der Verlegung. Erst als es ein so großes Schiff gab, das das Kabel für über 3000 km überhaupt transportieren konnte, war die Aktion erfolgreich. Die ersten Versuche hatte man mit zwei Schiffen gemacht. In der Hochzeit der Telegrafie arbeiteten schließlich 220 Menschen in der Telegrafiestation auf Valentia. 

Die erfolgreiche Verlegung des Kabels wird als 8. Weltwunder und als Start der globalen Kommunikation (was dann schließlich auch zum Internet führte) und der Globalisiserung bezeichnet. 

Das kleine Museum ist sehr interaktiv, modern mit spielerischen Elementen versehen. Man kann sich beim Morsen ausprobieren und merkt, das es gar nicht so einfach ist. Telegrafist war nicht umsonst ein Ausbildungsberuf.

Später am Nachmittag machen wir dann noch eine kleine Tour. Diesmal in die andere Richtung über den Fluß bei Cahersiveen. Dort finden wir noch eine Burgruine aus dem 16. Jahrhundert.

Und ein Rundfort, von dem man nicht genau weiß, ob es vor oder nach Christi Geburt gebaut wurde. Diese Art von Rundforts sind im Westen Irlands sehr verbreitet.

Dann suchen wir uns einen Pub in Cahersiveen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich noch ein Fan von diesen „urigen“ Pubs bin. Lieber wäre mir ein schöner Biergarten. 

Screenshot

21. Tag

Radtour Valentia Island: 40,5 km

Radkilometer gesamt: 141,3 km

Kilometer gesamt: 3.223 km

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