Gestern haben wir unsere Batterie doch ganz schön leer gefahren. Hier gibt es nicht so wahnsinnig viele Schnellladestationen. Die nächste mit zumindest 50kW Leistung befindet sich in Kenmare.
Allerdings ist dort nur EIN Ladepunkt und der war fast immer, als ich auf die App geguckt habe, belegt. Deshalb brechen wir ganz früh auf und hängen um 8 Uhr am Kabel. Mit 50 kW dauert es auch immer noch eine Stunde, bis wir die Batterie einigermaßen voll haben. Aber so sind wir gerüstet für unsere Fahrt auf der Iveragh-Halbinsel auf der sich die berühmte Rundfahrstrecke „Ring of Kerry“ befindet.
Busse und LKWs dürfen die Straße nur linksherum befahren, denn auch diese Straße ist schmal. Also fahren wir rechts herum.
Erster Stopp ist Sneem. Kleines, buntes Städtchen mit einem kleinen Skulpturenpark. Besonders schön sind die Steinpyramiden am Fluß.



Unserer heute geplante Route ist nicht so lang. So haben wir Zeit auch Orte abseits der Route zu erkunden. 4 km den Hügel hoch befindet sich eine altes Rundfort. Wann es entstanden ist, weiß man nicht genau, ob vor oder nach Christi Geburt. Es liegt am Rand der grünen Hügel, denen man hier ganz nah ist.



Eigentlich wollen wir die spannenden Sandbuchten des Derrynane Beach erleben. Dünenlandschaft, schöne Sandbuchten zwischen zerklüfteten Felsen. Leider sind in Strandnähe alle Parkplätze voll. Kein Wunder, 27° und Sonnenschein. Alle sind am Strand. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder zur Hauptstraße zurück zu fahren. Egal, am schattenlosen Strand zu sitzen, dafür ist es eh zu warm.
Der schmale, einspurige Weg hat viel Verkehr. Dann kommt uns eine Frau entgegengelaufen, oben geht es nicht weiter, Autos haben sich verkeilt. Irgendwann mußte es ja soweit kommen. Wir fahren rückwärts den Berg wieder runter.
Leider ein weiter Weg bis zur Kreuzung unten. Dann kommt uns von oben ein Auto entgegen. Da muß die Strecke ja wieder frei sein. Also wieder vorwärts, es kommt uns erstmal der ganze Schwung Autos entgegen, der sich oben gestaut hat. Danach ist freie Bahn.


Vom nächsten Viewpoint hat man aber dann einen wundervollen Blick auf die Buchtenlandschaft im gleißenden Licht. Um die Parkplätze am Seitenstreifen wird sich allerdings auch fast geprügelt. Auf dem „etwas“ gehypten Ring of Kerry ist natürlich einiges los. Bald kommen uns auch die ersten Busse entgegen.
Der Ring of Kerry wird als einer der schönsten Küstenstraßen der Welt vermarktet. Das halte ich doch für etwas übertrieben. Irgendwie ist es wie immer: weil es auch für Bustouren gut zugänglich ist, kommen immer mehr und alles erzählen es weiter (inklusive Werbesprech) und es kommen noch mehr. Eine self-fulfilling prophecy oder kluges Marketing.


Wir fahren auch noch den letzten äußeren Schlenker im Westen, hier kommen dann keine Busse mehr durch. An den Kerry Cliffs halten wir an. Ein gut ausgebauter, für Massentourismus ausgelegter Weg zum Cliffrand. Am Rand Nachbauten der Bienenkorbhütten, die man hauptsächlich auf der berühmten Mönchsinsel Skellig Michael findet.


Von 300m über dem Meeresspiegel schöne Blicke auf Felsküste und auf Skellig Michael.


Auf einem Camping Nähe der Valentia Insel richten wir uns dann für 2 Tage ein.

20. Tag
Tuosist – Cahersiveen: 135 km
Kilometer gesamt: 3.223 km
