05.07.26 – Great Flat Lode Trail

Morgens kommt immer wieder mal ganz leichter Niesel runter, die Wolken wälzen sich den Küstenrand hoch und hängen dann tief über uns.

Und so soll es wohl auch bleiben. Eigentlich wollten wir heute eine kleine Radtour machen. Durch das ehemalige Bergbaugebiet rund um den Carn Brea bei Redruth. 

Aber erst mal fahren wir noch kurz zum Strand. Tolle Küste, Steilküste mit einzelnen Felsformationen und schönen Strandbuchten. Die ersten Surfer machen sich schon bereit.

Bei Camborne parken wir an der Ladesäule beim Tesco Superstore. Das Wetter ist immer noch uselig. Wir gehen erstmal einen Kaffee trinken.

Ein halbes Stündchen später starten wir dann doch. Die Wolken haben sich etwas gehoben. Wir haben uns den Great flat lode trail ausgesucht, eine kleine, 12 km lange Runde rund um den Hügel Carn Brea. Wir wuseln uns erstmal durch den Verkehr vom Parkplatz runter, echt viel los hier an einem Sonntag morgen. 

Screenshot

Bald geht es auf kleine Straßen und schmale Wege, teilweise ehemalige Routen der Tramway und Railway, die das Erz aus dem Minengebiet an die Küste transportiert haben.

Überall sind kleine Schornsteine und Ruinen von Maschinenhäusern übers Land verteilt. Die Tour führt an vielen dieser ehemaligen Minen vorbei. Wie Kathedralen des Industriezeitalter oder alte Klostergebäude sehen sie aus.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier Dreiviertel des Weltbedarfs an Kupfer und die Hälfte des Bedarfs an Zinn gefördert. Cornwall, der Nabel der Welt. 

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden schon einige der Minen geschlossen, weil in Australien und Südafrika der Abbau günstiger war und viele Minenarbeiter wanderten dorthin aus. Aber dann fand man hier noch ein großes Zinnvorkommen, das sich flach unter der Erdoberfläche entlang zog. Der „great flat lode“. 

Die letzte Mine wurde erst 2005 geschlossen, war aber zuletzt ein Ort für die Bergbau-Ausbildung.

Jetzt beherbergt sie ein Museum, was heute allerdings leider geschlossen hat. Wir fahren auf dem Gelände noch bis in die hinterste Ecke und entdecken ein hübsches Café, wo wir erstmal Pause machen.

Die letzten Kilometer geht es weiter über sehr schmale Wege, die im Prinzip als Rundweg für Reiter, Fußgänger und Radfahrer ausgewiesen sind. Den möchte ich aber hier jetzt nicht begegnen. Das anscheinend englische Prinzip, nur so wenig Platz für die Verkehrsteilnehmer wie irgend nötig zu lassen, setzt sich auch hier konsequent fort. Den in den Weg hineinragenden Brombeerranken können wir nicht immer ausweichen.

Eine schnuckelige kleine Tour durch eine spannende Landschaft war das. Es kam tatsächlich kurz nach Start auch noch die Sonne raus. Das Gegend gehört natürlich zum Weltkulturerbe der Bergbaugebiete in Cornwall und Westdevon.

Dann fahren wir an die Küste zu den Bedruthan Steps. Das sind bizarre Felsformationen an der Steilküste, die sandige Buchten umgeben. Der Strand ist nach Felsabbrüchen momentan allerdings nicht mehr zugänglich.

In der Nähe von Tintagel schlagen wir unsere Zelte auf. Ein Stieglitz begleitet unser Abendessen mit seinem Gesang. Später legt sich wieder Nebel über den Campingplatz.

11. Tag

Gwithian – Camelford: 97 km

Kilometer gesamt: 1.894 km

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