04.07.26 – Tate Galerie St. Ives

Morgens ist es bedeckt, neblig, ungemütlich. Wir lassen uns trotzdem nicht abschrecken und frühstücken in Ruhe trotz leichtem Niesel.

Die Hände sind kalt, der Wind weht unangenehm durch die vom Duschen feuchten Haare und das Geschirrtuch über den Händen erzeugt beim Abtrocknen schon eine leichte, angenehme Wärme. 

Heute muß unser Auto während der Fahrt die Powerstation, unsere Verbraucherbatterie laden. Unser auf das Autodach geklebte Solarmodul fällt heute leider wetterbedingt aus.

Ein Stück weit die Küste Richtung Westen, findet man das Gegenstück zum französischen Mount St. Michel, so wird es zumindest hier vermarktet, den St. Michael’s Mount. Eine mittelalterliche Burg und Kirche. 

Per Damm kann man die Insel bei Ebbe zu Fuß erreichen und zu englischtypischen hohen Preisen besichtigen. Momentan ist der Damm noch überspült, aber die Besucher stehen schon in den Startlöchern.

Wir gönnen uns lieber einen Kaffee mit Blick auf das Meer. 

Und weil wir immer die Enden der Welt besuchen müssen, fahren wir natürlich Auch zu Land‘s End. Der Platz ist gut vermarket mit jeder Menge „family experience“ und schicki-micki, den die Welt nicht braucht.  

Wir werfen einen Blick auf die Küste und auf den westlichsten Leuchtturm Englands. 

Dann tauchen wir tief in die kornische Landschaft ein. Irgendwo im Nirgendwo steht eine Megalithformation. Ein Spaziergang führt uns durch die sanft gewellte Landschaft, mit Mäuerchen strukturierten Felder und Wiesen, bewachsen mit Farn und Wacholder. 

Ein runder, flacher Stein mit einem Loch, flankiert von weiteren Steinsetzungen schmiegt sich in die Landschaft. Men-an-tol, hübsch.

Weiter nach Sankt Ives. Dort wollen wir in die Tate Galerie. Die Stadt liegt am Küstenhang, mit steilen Straßen. Sogar der große Parkplatz ist sehr abschüssig. Es ist voll. Am Samstag Nachmittag, irgendwo an der Küste in touristischen Hotspots unterwegs zu sein, ist gar keine gute Idee. 

Vor allem bei einem Highlight wie St. Ives. Mehrere Rundfahrt-Reisebusse parken hier. 

Der Weg zu Fuß ist weit und geht steil bergab. Die Tate Galerie liegt am Strand und öffnet sich im Halbkreis mit Fenstern zur Bucht. 

Ausgestellt sind hier Werke von Künstlern, die in St. Ives geboren sind oder gelebt und gewirkt haben. Schöne Mischung. 

Und eine Sonderausstellung der litauisch-amerikanischen Künstlerin Aleksandra Kasuba, eine „Environmental art“ Künstlerin, was soviel heißt wie Umweltkunst. Sie kreierte unter anderem Raum in Raum-Installationen aus gespanntem Stoff und machte futuristische Architekturentwürfe. Was es alles Tolles gibt.

Durch die Einkaufsstraße schlendern wir zurück. Massen an Leuten unterwegs, es gibt schon fast einen Fußgängerstau. 

Wir fahren noch ein Stückchen weiter die Küste entlang und gucken uns einen Campingplatz nah am Meer aus. Vielleicht keine gute Idee an einem Samstag, aber wir fragen einfach mal. Tatsächlich haben sie noch einen freien Pitch, den nehmen wir doch.  

Abends fahren wir im gegenüberliegenden Pub mit unserem „English Pub-Testing“ fort. 

10. Tag

Porthleven – Gwithian: 94 km

Kilometer gesamt: 1.797 km

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