Ein herrlicher Morgen. Ruhig, windstill, sonnig. Nur der nahegelegene Flughafen Gatwick stört mit seinen im Minutentakt startenden Maschinen.



Ein schöner Campingplatz. Wir gehen noch mal runter zum Bach. Dahinter liegt ein Damm einer ehemaligen Bahnstrecke, der jetzt als Fahrradweg genutzt wird. Mittelengland wäre es bestimmt auch wert, bereist zu werden. Auch die ganzen alten Industriekanäle sind ja spannend, das Thema haben wir jetzt nur ganz am Rande gestreift.

Dann fahren wir südlich von London auf dem Autobahnring Richtung Dover. Bei Ashford kurz vor Dover entern wir einen Gartenmarkt. Leider ist das Gartengeräteangebot nicht so groß. Diese Rosenscheren mit langem Stiel haben sie leider gar nicht. Und die Rasenkantenscheren sind teuer.
Allerdings habe ich schon vorher recherchiert, wo ich die Geräte online bekomme, zum günstigen Preis. Manchmal muß man ja auch einfach nur wissen, was es überhaupt für Sachen gibt und wie sie heißen. Wer weiß, vielleicht hätte ich bei der Einfuhr ja auch noch Zoll bezahlen müssen.

Stattdessen kaufe ich ein paar Samentütchen, die sind gerade heruntergesetzt. Besonders die bunten, duftenden Zuckererbsen haben es mir angetan. Sind bei uns eher als Wicken bekannt. Sollen zwar schwierig sein, aber kann man ja mal versuchen.

In Dover schaffen wir es dann doch nur auf die gebuchte 14 Uhr Fähre. Es dauert doch immer alles länger als gedacht. Wir warten aufs Einschiffen. Es ist heiß, wieder über 30°. Die Verbrenner neben uns starten ihren Motor, damit ihre Klimaanlage läuft und stinken und lärmen rum. Wir lassen den Motor auch laufen, aber davon merkt man halt nichts.
Die Überfahrt ist unspektakulär, ruhig, das Meer spiegelglatt, gute Sicht. Wir sitzen vorne mit Blick auf die Fahrrinne, nicht so viel los.
Leider müssen wir in England auch unseren lieb gewonnen Radiosender zurücklassen, nämlich BBC 6 music. Der bietet eine besonderes coole Musikzusammenstellung. Auf Rap folgt ein unbekannter Titel von Nina Simone, lang nicht mehr gehörte Künstler mit Songs abseits der normalen Hits, Björk oder Jazztitel aus den 60ern. Viel Soul oder abgefahrene aktuelle Musik. Viel uns unbekanntes, aber nichts was nervt. Abseits der gewohnten Playlists mit dem besten aus den 70ern, 80ern und 90ern. Den Sender werde ich zu Hause auch mal einprogrammieren.



Weil wir mit Verspätung in Dover abgefahren sind und wir eine Stunde geklaut bekommen haben, ist es schon halb 6 als wir endlich von der Fähre fahren. Wir müssen auch nochmal kurz nachladen und entscheiden uns dann, doch einen Campingplatz in der Nähe anzufahren.


Der entpuppt sich als gemütlicher Platz, an einen Bauernhof angegliedert. Total nett und ein Pitch ist auch noch frei.
So lassen wir den Abend gemütlich bei einer kleinen Brotzeit und eine Flasche Wein ausklingen und beobachten die noch später Angekommen bei ihrem Aufbau.

35. Tag
Rudgwick – Alveringem: 228 km
Gesamt: 5.837 km

Danke für den wunderschönen Reisebericht, der mit tollen Bildern neugierig auf das Land macht. Spannend, interessant und mit Humor habe ich jeden Bericht gelesen. Grüße von Ch.M.