Heute durchqueren wir weiter England. Auf dem Weg nach Stonehenge. Es wird wieder wärmer, das hat man gestern abend schon gemerkt. Man konnte fast ohne Fleecejacke sitzen.
Irgendwo in Wessex fahren wir über den Kennet & Avon Canal. Ein Blick von der Brücke Blick nach links und rechts, viele Narrowboats sind am Ufer zu sehen. Links ist ein Parkplatz, schnell mal anhalten und gucken. Der Kanal verbindet die Flüsse Kennet und Avon und ist ein sogenannter Narrowboat Kanal. Die Boote wurden extra dafür gebaut und werden heute oft für Hausboottouren vermietet. Sie sind außen nur bis zu 2,20 m breit. Das heißt also, quer kann man darin eher nicht schlafen.



Das umfangreiche englische Narrowboat-Kanalnetz ist im 18. Jahrhundert entstanden und wurde im Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Eisenbahn unwirtschaftlich. Ende des 20. Jahrhunderts sind sie restauriert worden und sind heute ein beliebtes Bootstouristen-Revier.
Dann nähern wir uns Stonehenge. Wir haben einen Besuchsslot für 14 Uhr gebucht, heute sind wir mal nicht die frühen Vögel. 25€ pro Nase. Aber was soll’s, manche Dinge müssen einfach sein. Wir sehen bei der Anfahrt schon, wie sich die Menschenmassen um die Steine reihen.
Vom Besucherzentrum müssten wir noch 2 km laufen. Es fährt allerdings auch ein Shuttlebus. Der Weg ist nicht besonders spannend. Außerdem ist es inzwischen wieder 28° heiß. Die momentane Hitzewelle hat auch England erreicht.



Direkt zwischen die Steinformation kommt man nicht. Wenn bei über 1 Millionen Besucher pro Jahre alle die Steine betatschen würden, wäre sicherlich bald ziemlich viel kaputt.
Außen herum ist ein abgesperrter Weg gekennzeichnet. Die Menschenmassen verteilen sich eigentlich ganz gut, man hat nicht das Gefühl von großer Enge.



Die großen Steinquader bildeten einen Kreis und trugen jeweils paarweise quergelegte Decksteine. Der Kreis ist natürlich nicht mehr vollständig. Teilweise wurden umgefallene Quader wieder aufgestellt und stabilisiert.
Die größeren Steine sind bis zu 5m hoch und wiegen 50 Tonnen. Die mußten damals ja auch erstmal transportiert werden. Wahrscheinlich wurden sie auf quergelegten Baumstämmen gerollt und dabei von über 100 Menschen gezogen.
Stonehenge wurde in der Bronzezeit, so ab 3000 vor Christus gebaut. Die Steine kamen aus einem nahegelegenen Gebiet und aus Wales. Welchen Sinn und Zweck die Anlage hatte, ist nicht so ganz klar. Religiöse Kultstätte, Begräbnisort oder astronomisches Observatorium. Es existieren verschiedene Theorien.
Jedenfalls sind in der Nähe in der Landschaft viele Hügelgräber zu sehen, die extra in Sichtweite zu Stonehenge angelegt wurden. Anderseits gibt es das Phänomen, das die Steine exakt auf den Sonnenaufgang am Tag der Sommersonnenwende ausgerichtet sind.


Der Rundweg führt dann spiralförmig näher an die Anlage ran. So kann man doch noch ein bißchen Beziehung aufbauen. Auf jeden Fall beeindruckend. Stonehenge ist schon eher ein Muß, trotz Massenauflauf.
Zurück nehmen wir den Shuttlebus. Wir schauen uns dann noch etwas im Visitorcenter um. Neolithische Strohdachhütten sind rund um das Center aufgebaut. Volunteers erklären Details von früher, wie zum Beispiel möglicherweise der Transport der Steinblöcke vonstatten gegangen sein könnte oder wie das Leben in einer jungsteinzeitlichen Siedlung gewesen war.



Damit haben wir unseren heutigen Tagespunkt erledigt und fahren noch einige Kilometer weiter, bis wir südlich von London einen idyllischen Campingplatz auf einer Farm finden. Großzügiges Gelände mit reichlich viel Platz und unkompliziertem Einchecken. Hier werden wir auch 30£ von unserem englischen Bargeld los. Perfekt, jetzt habe ich noch 7,40£, die bringen wir auch noch unter die Leute.

34. Tag
Much Wenlock – Rudgwick: 359 km
Gesamt: 5.609 km
