In Schull auf der Mizen Halbinsel werden die Vorräte aufgefüllt und wir laufen in dem netten Städtchen ein bißchen herum. Fischereihafen an einer großen Bucht. Es ist etwas stürmisch, gut das gestern bei unserer Radtour nicht soviel Wind war.



Wir fahren zum südwestlichsten Punkt Irlands, Mizen Head. Hier war eine Signalstation exponiert gelegen auf einer Klippe, die seit 1909 mit einer Brücke mit der Landspitze verbunden ist. Marconi hat von hier eine seiner ersten Funkversuche mit Schiffen auf dem Atlantik gemacht.



An den sehr pittoresken Felsen schießt der Wind hoch und bläst einem ins Gesicht. Wir gucken uns alles genau an und gehen zu jedem Aussichtspunkt, um in die tiefen Schluchten der Klippen zu blicken.



Auch den südlichsten Punkt Irlands, den legendären (in Seglerkreisen bekannten) Fastnet Rock kann man von hier aus sehen.



Von der Halbinsel Mizen geht es zur Halbinsel Beara. Die Berge sind höher, schroffes Gestein, aber mit einem grünen Teppich bewachsen, sieht etwas aus wie eine Hochgebirgslandschaft. Nur das direkt daran quasi mediterranes Flair angrenzt, es wachsen Palmen in den Gärten. Und gefühlt hat jeder Ort einen Golfplatz.


Die Küstenlandschaft wiederum erinnert ein bißchen an die schwedischen Schären. Nur die Felsbuckel im Wasser sind nicht so rötlichgrau granitfarben, sondern eher schwarzgrau und etwas schroffer wie in Schweden.
Interessant wäre es mal, wie sich die Orte und Landschaften bei typisch irischem Wetter anfühlen. Diese stabile Hochdrucklage ist ja auch kein Normalzustand.
Der Blick auf die Hügel erinnert einen auch ein bißchen an eine grüne Mondlandschaft.


Fast am Ende von Beara erwartet uns ein kleines Bergbaumuseum. Hier wurde Kupfer gefördert. Wir finden hier wieder einige Ruinen von Maschinenhäusern, sie wirken hier wie Burgruinen auf Hügeln.
Im Museum wird die Geschichte des Bergbaus erzählt. Die Fachleute kamen aus Cornwall, das Erz wurde nach Swansea in Wales verschifft und die einheimische Bevölkerung schuftete in 12 Stundenschichten unter Tage in den Minen.

Wir schlängeln uns weiter auf einer einspurigen Straße an der Coastline entlang, immer wieder schöne Ausblicke auf den Atlantik. Um schließlich an der Nordküste auf unserem vorgebuchten Campingplatz zu landen.

19. Tag
Bantry – Tuosist: 214 km
Kilometer gesamt: 3.088 km
