In Cork ist die Parkplatzsituation etwas schwierig. Wir wollen nicht in ein Parkhaus fahren, die haben oft nur eine Durchfahrtshöhe von 1,90 m. Mit unseren Fahrrädern hinten drauf sind wir aber etwas über 2 Meter hoch. Wäre also blöd.
Ein Tipp aus dem Internet ist ein Park+Ride Parkplatz am südlichen Ende der Stadt. Im Preis ist der Shuttle-Bus in die Innenstadt enthalten. Das hört sich doch gut an. Noch genialer ist, das sich dort auch eine Ladestation befindet. Das ist doch wieder eine win-win-win-Situation.

Wir fahren entspannt mit dem Bus in die Stadt. Spanische Schülergruppen sind unterwegs. Wir schlendern durch die Stadt und gehen zur Hauptattraktion von Cork, dem English Market. Eine Markthalle aus dem 18. Jahrhundert. Hier werden Fleisch, Fisch, Gemüse von lokalen Händlern verkauft.


Wuselig, natürlich von vielen Touristen besucht, aber nett. Das war dann aber auch schon das Highlight von Cork.
Sonst gibt es noch ein paar nette Gassen abseits der Haupteinkaufsstraße. Mit Pubs, Restaurants und Cafés, wo wahrscheinlich abends das ebenfalls berühmte kulinarische Leben von Cork stattfindet. Wir fahren aber Mittags dann schon wieder weiter.


Erst zu einem Steinkreis nahe der Küste. Immer wieder hübsch.



Skibbereen haben wir als nächsten Ort angepeilt. Nett an einem Flüsschen gelegen mit einem interessanten Heritage Center (Heimatmuseum). Eine interaktive Ausstellung über die große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Die hat die Gegend hier besonders getroffen.
Durch die aus Südamerika eingeschleppte Kartoffelfäule fiel ab 1845 sieben Jahre hintereinander die Kartoffelernte quasi aus. Und da sich die eher ärmeren Menschen hauptsächlich von Kartoffeln ernährten, verhungerten irlandweit über 10% der Bevölkerung.
Das löste auch die Massenauswanderung (über 20% der Bevölkerung) der Iren nach Amerika, Australien und in andere Länder aus. (Damals nannte man sie Auswanderer, heute Flüchtlinge) Irland ist das einzige Land, das heute noch nicht wieder seine Bevölkerungszahl von 1841 erreicht hat.
Ein sehr interessanter Artikel zur irischen Hungersnot ist bei Wikipedia zu finden. (link)

In einem anderen Bereich des Heritage Centers wird der Lough Hyne, ein Salzwassersee hier in der Nähe, beschrieben. Der See war ursprünglich ein Süßwassersee. Nach Anstieg des Meeresspiegels wurde die Barriere zum Meer irgendwann überspült.
Durch einen schmalen Gezeitenkanal strömt zweimal täglich frisches Seewasser in den See. So hat sich über die Jahre eine besondere reichhaltige Unterwasser-Fauna und Flora entwickeln können, die auch ausgiebig erforscht wird. Der See wurde 1981 zum ersten Meeresschutzgebiet Europas ernannt.


Wir machen einen Abstecher zum See. Samstag Nachmittag, schönes Wetter, hier tobt der Bär. Schwimmen, Kajak fahren, Schnorcheln. Schön in die Landschaft eingebettet liegt der See.

Bei unserem gewünschten Campingplatz haben wir sicherheitshalber vorher angerufen. Wie gesagt, es ist Samstag und die Campingplätze hier in Irland sind nicht so zahlreich wie in England. Und sie haben auch noch ein Plätzchen für uns frei. Hinter unserem Auto haben wir eine Blick auf die Bantry Bucht.

17. Tag
Blarney – Bantry: 151 km
Kilometer gesamt: 2.874 km

Liebe Sabine,
mit Interesse verfolge ich deinen Reisebericht. Vielen Dank! Ich bin die Schwester Von Kerstin Diedenhofen aus Tosterglope. Wohne in Köln. Tatsächlich war ich sogar mal mit Kerstin zusammen in Ireland. Lange her ….
Wünsche euch noch eine gute Reise!
Sylke