Jeder Morgen ist ein Überraschung, blauer Himmel und Sonnenschein oder tief hängende Wolken und Nebel wie heute. Es ist alles feucht und klamm.
Aber natürlich kommt dann doch irgendwann die wieder Sonne raus und der Himmel ist blitzeblau. Wir brechen früh auf für das letzte Stück nach Fishguard.
Unterwegs laden wir noch mal bei einer Tankstelle. Wir trinken einen Kaffee aus Pappbechern draußen auf einer Bank in der prallen Sonne. Als wir in den Schatten flüchten wollen, bekommen wir erst mit, das sich im Nachbargebäude ein Kaufhaus mit Café befindet. Oh, wie doof.

In der kleinen Gartenabteilung suche ich gleich nach meiner Rasenkantenschere. Und natürlich gibt es die. Und noch andere interessante Gartenwerkzeuge von super Qualität. Na, ist ja klar, England = Gartenland. Da werden wir doch auf der Rückfahrt durch England noch einen großen Gartenmarkt besuchen müssen.
Wir sind sehr früh am Fährhafen und laufen noch ein bißchen rum. Hier hängen die Wolken wieder tief und es ist kühl. In London soll es heute über 30° werden. Da haben wir doch eigentlich eher Glück.

Wir warten dann noch mal 2 Stunden, bis wir endlich auf die Fähre fahren können. Hier gibt es auch eine Passkontrolle und einen Sicherheitscheck, wir fahren jetzt wieder in die EU. Die Kontrollen sind aber nicht so umfangreich, wie bei der Einreise nach Großbritanien.
Die irische See ist eigentlich berüchtigt. Doch wir haben eine ruhige Überfahrt, die See ist spiegelglatt, aber leider komplett in Wolken und Nebel versunken. Unten wird der Nebel immer dichter und oben der Himmel immer heller. Als wollten die Wolken ins Meer versinken.

4 Stunden Überfahrt, Zeit für ein kleines, subjektives Englandfazit.
Campingplätze: sind oft nett gelegen, es gibt eine große Anzahl von einfachen Farmcampingplätzen mit oft ausreichender Ausstattung, oft Kreativ und selten Standard.
Mobilfunk: ist auf jeden Fall ausbaufähig. Man weiß nicht, ist es hier schlechter oder in Deutschland.
Ladeinfrastruktur: man kommt ohne Probleme durch, aber das Ladenetz in Deutschland ist auf jeden Fall größer, vielmehr Schnellladeparks an Autohöfen und Raststätten. Das wahre Problem ist aber der Wildwuchs des Zugangs. Zwar gibt es überall die Möglichkeit mit Kreditkarte direkt zu laden, aber das ist immer die teuerste Variante.
Die Apps funktionieren auch immer unterschiedlich, manche kann man mit einem in Deutschland angemeldeten IPhone gar nicht runterladen. Mit einigen Apps kann man auch andere Ladesäulen starten, aber zu welchem Preis ist vorher nicht wirklich herauszubekommen. Aber das ist wie überall, irgendwie unreguliert, dem freien Markt überlassen.
Aber Elektro-LKWs fahren hier auch schon rum.

Preise: Hoch, alles ist ganz schön teuer. Campingplätze, Lebensmittel, Wein und Bier. Aber vor allem die Eintrittspreise zu was auch immer: horrend. Da muß man durch, sonst braucht man gar nicht hier her zu fahren.

Wir kommen kurz vor 6 in Rosslare/Irland an, bei der Einreisekontrolle werden wir durchgewunken, EU-Bürger. Wir haben einen Platz auf einem nahegelegenen Camping vorgebucht. Es könnte ganz nett hier sein, wenn nicht die viel befahrene Straße direkt hinter unserem Pitch wäre.

15. Tag
St. Claire – Tagoat: 70 km (+ Schiffskilometer)
Kilometer gesamt: 2.488 km
