Irgendwann weiß man, das es genug ist. Das man den Kopf voll hat, mit Eindrücken, Impulsen und Erlebnissen. Dann möchte man nach Hause fahren. Wie gut, das heute unsere Fähre nach England rüber geht. Mit Wales werden wir uns erstmal nicht mehr beschäftigen. Aber andererseits hätten wir sowieso nur noch 3 Tage mehr Zeit gehabt.
Das Einzige, was noch ansteht, sind Stonehenge und ein großer Gartenmarkt. Ich muß doch noch meine Rasenkantenschere kaufen und gucken, was es sonst für tolle Gartengeräte gibt. Ich habe schon eine Rosenschere mit langem Griff gesehen. Die wäre genial für meine Kletterrosen. Ich hänge bis jetzt immer mit der Leiter zwischen den dornigen Zweigen.

Es geht’s früh hoch und wir kommen auch früh los. Frühstück gibt es erst auf dem Schiff. Eine kurze Fahrt bis zum Fährhafen und wir sind um 7 Uhr schon da. Tatsächlich gibt es keinerlei Passkontrollen, Zollkontrollen oder Sicherheitskontrollen. Interessant.

Es ist ziemlich voll. Regelmäßig gibt es eine Durchsage, dass man doch bitte die Sitze frei machen soll von Taschen und Jacken. Wir sind umgeben von vielsprachigem Stimmengewirr.
Bei den Asiaten neben mir kann ich nicht identifizieren, aus welchem Land sie kommen. Sie sehen aus wie Japaner, die Sprache klingt aber eher chinesisch, aber auch nicht wirklich. Vielleicht aus Taiwan oder Korea?

4 Stunden dauert die Überfahrt, Zeit für ein kleines Irland-Fazit.
Mobilfunk:
Ist leider auch nicht besser als in England. Abends auf dem Campingplatz, wenn alle Fernsehen gucken oder sonst was rumdaddeln, ist die entsprechende Mobilfunkzelle total überlastet und es geht gar nichts mehr.
Campingplätze:
Leider sehr wenige im Verhältnis zur Menge der Campingtouristen. Außerdem campen auch die Iren am Wochenende sehr gerne. Dann geht spontan gar nichts mehr. Ums Vorbuchen, auch eher langfristig, kommt man nicht herum. Das gefällt uns leider gar nicht.
Radfahren:
Irland ist kein Fahrradland. In Dublin waren die Radwege zwar gut ausgebaut, aber im Rest des Landes gibt es quasi keine. Es macht nicht so viel Spaß an kleinen, aber trotzdem viel befahrenen Straßen entlang zu fahren. Deshalb sieht man hier hauptsächlich auch nur Rennradfahrer oder Radler auf Langtouren.
Bier:
In den Pubs gibt es oft 15 – 20 Bier vom Faß, im Supermarkt ist die Auswahl leider etwas dürftig. Bier wird wohl vor allem im Pub getrunken. Teuer ist es auch, aber Bier ist in vielen Ländern teurer als in Deutschland.
Tourismus:
Irland ist an den Hotspots schon ziemlich überlaufen und lebt ein bißchen von seinem Mythos. Trotzdem gibt es spannende Geschichten zu entdecken. Wir haben uns ein bißchen beschäftigt mit der großen Hungersnot, Torfabau und Torf verbrennen und alten Kanälen.

Dann sind wir in Wales. Auch hier gibt es interessanterweise keinerlei Passkontrollen. Unser Weg führt uns erstmal an der walisischen Küste entlang.
Auch eine tolle Landschaft hier. Lange, sandige Buchten vor einer felsigen Küste, an der sich die Straße entlang hangelt. Genaueres müssen wir auf ein anderes Mal verschieben.

Wir fahren noch gut 200 km und schlagen unser Nachtlager dann irgendwo mitten in England auf einem netten Campingplatz auf, von denen es hier in England ja reichlich gibt, mit viel freiem Platz.

32. Tag
Dublin – Much Wenlock: 234 km
Gesamt: 5.250 km
